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Der Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft  erscheint zweimal im Jahr. Er enthält Buchrezensionen vorwiegend von Verlagen im deutschsprachigen Raum. Besprochen werden jeweils neue Publikationen mit Bezug zum Maghreb, zum Islam, zur Integration und anderem mehr. Ferner bringt der Medienspiegel  Kulturnachrichten sowie Hinweise auf Internetseiten und Veranstaltungen. Er ist exklusiv für Mitglieder der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft bestimmt; sie erhalten ihn per Post zugesandt.

 

Auszüge aus unserem Medienspiegel vom 2. Halbjahr 2016

Belletristik

Algerien

2084 – Das Ende der Welt. Von Boualem Sansal. Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky. Merlin Verlag, Gifkendorf 2016. Gebunden, 288 Seiten, 24,00 Euro.

Ein weiteres literarisches und sprachliches Meisterwerk des algerischen Erfolgsautors Boualem Sansal. Ort des Geschehens ist Abistan, ein Riesenreich der Zukunft, streng auf die Verehrung eines einzigen Gottes ausgerichtet und ohne Erinnerung an die Vergangenheit. Individuelles Denken ist unmöglich: ein omnipräsentes Überwachungssystem steuert das Danken. Aus dem Klappentext: „Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.“ Doch der Protagonist des Romans hinterfragt die vorgegebenen Direktiven …

Tunesien

Jasminknospen. Erzählungen von Kaouther Tabai. Von Tunesien nach Europa … und dann? Glaré Verlag 2015. 216 Seiten, broschiert. 17,90 Euro.

Kaouther Tabai wurde 1964 in Tunis geboren. 1983 kam sie nach München, um Informatik zu studieren. Sie lebt heute in München, schreibt auf Arabisch und Deutsch und übersetzt literarische Texte. In ihren Kurzgeschichten schildert Kaouther Tabai die Konflikte der arabischen Welt, die schwierige Situation der jungen Leute zwischen Fundamentalismus und Globalisierung, die sozialen und politischen Probleme und die mit dem arabischen Frühling verbundenen Hoffnungen und Enttäuschungen. …

MENA-Region: Politik

Atlas des Arabischen Frühlings. Eine Weltregion im Umbruch. Redaktin: Daniel Gerlach, Moritz Berendt u.a. Herausgeberin: Bundeszentrale für Politische Bildung in Kooperation mit Zenith. Bonn 2016. 333 Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen und Grafiken. Broschert. 7,00,- Euro zzgl. Versandkosten.

Angekündigt war dieser Atlas bereits im Jahr 2015. Ende Oktober 2016 ist er erschienen. Der über 330 Seiten starke Band ist ein Novum auf dem deutschsprachigen Buchmarkt: Er bietet mit Texten, Karten, Infografiken und Timelines einen völlig neuen, umfassenden Überblick über die sogenannte „Arabische Welt“. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der sogenannte „Arabische Frühling“. Dieser Begriff mag einem überholt vorkommen, angesichts der aktuellen Kriege und Katastrophen in Nordafrika und Nahost. Doch die Herausgeber*innen sehen den „Arabischen Frühling“ weder als gescheitert an, noch als gelungen. …

 

Auszüge aus unserem Medienspiegel von November 2014

Bücher – Belletristik

Der Schreiber von Koléa. Roman meines Leben. Autobiographie von Yasmina Khadra (Mouled Moulessehoul). Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Osborg Verlag 2014. 286 Seiten. Hardcover mit Schutzumschlag. 19,99 €, Kindle 15,99 €.

Als hoher Offizier der algerischen Armee verfasste der 1955 geborene Mouled Moulessehoul seine Kriminalromane jahrelang unter dem Pseudonym Yasmina Khadra. Erst nachdem er im Jahr 2000 aus der Armee ausgeschieden und nach Frankreich übergesiedelt war, lüftete er seine Identität, behielt jedoch das Pseudonym bei. Der erste eil seiner Autobiographie, „Der Schreiben von Koléa“ erschien im französischen Original bereits 2001, unter dem Titel „L’Ecrivain“. Yasmina Khadra schildert darin seine Kindheit und Jugend – eine Zeit, die über weite Strecken von tiefen seelischen und körperlichen Verletzungen geprägt ist. Der Vater, den er wegen des Unabhängigkeitskrieges die ersten sechs Jahre seines Lebens kaum gesehen hat, schickt ihn und seinen fünfjährigen Bruder auf ein weit entferntes Militärinternat. …

Libyen

Die Saat des Bösen. Thriller von Roberto Costantini. Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Bertelsmann 2014. Hardcover. 576 Seiten. Preis 19,99 Euro.

Der Autor, von Beruf Ingenieur und Unternehmensberater, wurde selbst in Tripolis geboren und wuchs bis zu seinem 18. Lebensjahr in Libyen auf. Sein Romanheld, Michele Balistreri, erbeit als Polizeikommissar in Rom und ist ebenfalls in Libyen groß geworden. In der Geschichte, dien in den 1980er Jahren spielt, geht es  um einen Mordfall, der Kommissar Balistreri nicht nur beruflich, sondern auch privat voreine Herausforderung stellt. Unversehens wird er mit seiner Kindheit in Libyen der 1960er und 1970er Jahre konfrontiert -eine Kindheit, die jäh endete, als zunächst die Schwester eine libyschen Freundes getötet wurde …