Veranstaltungen 2026
Die EU im Ringen um die Vormacht in Nordafrika – Die Rolle Algeriens
L’UE dans la lutte pour la suprématie en Afrique du Nord – Le rôle de l’Algérie (5-57-26)
Dienstag: 21.04.2026
Zeit: 19.00h
Ort: Gustav-Stresemann-Institut e.V.
Europäische Tagungs- und Bildungsstätte Bonn
Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg
Deutschland und die EU erleben derzeit, dass viele Länder des Südens nicht länger bereit sind, den Vorgaben des Westens zu folgen. Das zeigt sich deutlich auch bei den unmittelbaren Nachbarn, den Staaten des Maghreb. Diese nordafrikanischen Länder treten immer selbstbewusster auf. Zum Vorwurf, der Westen habe für sie an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren, kommt hinzu, dass sich China, Russland und Indien sowie regionale Mächte verstärkt in der Region engagieren.
Für den Umgang mit den Staaten der Region muss Europa deshalb neue Strategien entwickeln.
Algerien als größtes und mächtigstes Land im Maghreb, ein Land, zu dem Deutschland lange Zeit besondere Beziehungen pflegte, wird auch in Zukunft eine besondere Rolle für die deutschen und europäischen Beziehungen zum Maghreb spielen. Die Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft und das Gustav-Stresemann-Institut laden dazu ein, diese neue wichtige außenpolitische Konstellation und insbesondere die Rolle Algeriens im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu analysieren und zu diskutieren.
Keynote
Die EU im Ringen um die Vormacht in Nordafrika –
Die Rolle Algeriens
- Dr. Rachid Ouaissa, Philipps-Universität Marburg, deutscher Direktor des Merian Center for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM) Tunis.
Podium
- Dr. Rachid Ouaissa, Marburg/Tunis
- Akram Kharief, Journalist, z. Zt Tunis
- Frau Judit F. Goldstein. Referatsleiterin Maghreb, Auswärtiges Amt
- NN; Vertreter/in der EU aus Brüssel
Moderation
- Birgit Kemmerling, BICC
- Carina Yıldırım-Schlüsing, BICC
- Anschließend Diskussion mit dem Publikum in Präsenz und Online
Im Anschluss können Sie die Gespräche bei einem kleinen Snack/Imbiss vertiefen.
Die Veranstaltung wird Hybrid (Präsenz-Konferenz und online) durchgeführt.
Konferenzsprachen sind deutsch und französisch. Es wird simultan gedolmetscht.
Nach Ihrer Anmeldung unter werden wir Ihnen die Zugangsdaten für die Online-Plattform zusenden.
Die Veranstaltung wird von der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft e.V. (DMaG) in Kooperation mit dem Gustav-Stresemann-Institut e.V. (GSI) in Bonn organisiert und gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung und das Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC in Bonn.
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Die Reihe „Maghreb im Fokus“ in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft e. V. widmet sich im 1. Halbjahr SDG 10 „Sicherheiten“.
Chronologie der libyschen Krise
Historische, soziale und wirtschaftliche Wurzeln
Montag, 04. Mai 2026, 18.00 Uhr
Referent: Salah Ngab
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Kursnummer 1552
Entgeltfrei, eine Anmeldung wird empfohlen.
Die Sicherheitslage in Libyen bleibt sehr stabil. Das Land ist politisch gespalten, weshalb es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Milizen und bewaffneten Gruppen kommt. Es gibt anhaltende politische Spannungen zwischen zwei rivalisierenden Regierungen, die das staatliche Gewaltmonopol nur unvollständig durchsetzen können. Insbesondere im Süden besteht ein hohes Risiko für terroristische Anschläge. Entführungen und eine hohe Kriminalitätsrate beherrschen das ganze Land.
Salah Ngab ist ein libyscher Autor, Essayist und politischer Exilant in Deutschland. In seinen dystopischen Werken und liberalen Essays analysiert er Gewalt, Identität und gesellschaftliche Strukturen. Er arbeitet derzeit als Assistenzarzt in Wuppertal.
Sicherheit für wen? Die Westsahara zwischen Recht und Realpolitik
Montag, 16. März 2026, 18.00 Uhr
Referentinnen: Alida Koos, Buhari Lehbib
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Kursnummer 1550
Entgeltfrei, eine Anmeldung wird empfohlen.
Die Westsahara ist die letzte Kolonie Afrikas. Trotz zahlreicher UN-Resolutionen, EuGH-Urteile und klarer völkerrechtlicher Grundlagen bleibt das Recht auf Selbstbestimmung des sahrauischen Volkes missachtet – und wird europäischen Sicherheitsinteressen geopfert.
Für Emma Lehbib, Sprecherin der sahrauischen Diaspora in Deutschland, und Alida Koos von Western Sahara Resource Watch zeigt der Konflikt, was im Namen der Sicherheit geschieht, wenn politisches Kalkül über Gerechtigkeit siegt und die Apathie der internationalen Gemeinschaft zur Strategie wird. Welche Rolle spielen dabei europäische, insbesondere deutsche Akteure? Wessen Sicherheit zählt am Ende wirklich?
Veranstaltungen 2025
Die Reihe „Maghreb im Fokus“ in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft e. V. widmete sich im 2. Halbjahr SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“.
Die Migrationspolitik der EU- Tödliche Abschreckung, statt sichere Migration?
Mittwoch, 24. September 2025, 18 Uhr
Referent: Dr. Kerem Schamberger
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) wird das Recht auf Asyl de facto abgeschafft. Über Fluchtursachen, etwa die weltweite Ungleichverteilung von Reichtum, wird nicht mehr gesprochen. Geflüchtete, die es schaffen, die Außengrenzen der EU zu überwinden und europäischen Boden zu betreten, können nun über Monate hinweg in gefängnisähnlichen Lagern inhaftiert werden. Wer aus „sicheren Herkunftsstaaten“ oder einem „sicheren Drittstaat“ einreist, hat kaum Chancen ein individuelles Recht auf Asyl durchzusetzen. Diese Abschottungspolitik fordert ständig neue Todesopfer im Mittelmeer und in der Sahara.
Dr. Kerem Schamberger war selbst an vielen dieser Orte. Der Referent für Flucht und Migration bei medico international diskutiert die Frage, ob das UN-Ziel eine geordnete, sichere Migration zu ermöglichen mit der aktuellen EU-Migrationspolitik erreicht wird.
Anmeldungslink: Die Migrationspolitik der EU Tödliche Abschreckung, statt sichere Migration? | Ihre vhs Bonn
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird empfohlen.
Der Campus Vivant’e – Integrative Bildung im Hohen Atlas
Montag, 3. November 2025, 20:00 Uhr
Referentin: Stephanie-Itto Tapal-Mouzon
Bildung ist ein Schlüssel für Chancengerechtigkeit. Der marokkanische Staat hat in den vergangenen Jahren auch in ländlichen Regionen viel in sie investiert. Dennoch kann es dort immer noch sehr schwierig sein, eine Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu machen.
Das gilt erst recht, wenn eine Behinderung vorliegt. Deshalb gründete Stefanie-Itto Tapal-Mouzoun zusammen mit ihrem Mann Haddou Mouzoun im Jahr 2010 in einem abgelegenen Dorf im Hohen Atlas eine kleine Schule. Sie schildert, wie aus der kleinen Schule ein integrativer Bildungscampus wurde, mit Grundschule und Mittelschule, in denen auch Gebärdensprache unterrichtet wird; mit Biogarten, Alphabetisierungskursen für Frauen, Ausbildungsangeboten für Erwachsene und einem eigenen Café Restaurant.
Anmeldungslink: Der Campus Vivant’e Integrative Bildung im Hohen Atlas | Ihre vhs Bonn
Entgeltfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.
Frauenrechte im Maghreb
Mittwoch, 19. November 2025, 20;00 Uhr
Referentin: Claudia Mende
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Die Geschlechterrollen in Nordafrika befinden sich im Wandel. In Marokko führte die Reform des Familienrechts zu einer breiten Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit zwischen universellen Werten und islamischen Vorgaben. In Tunesien sind nach einem Zeitfenster für wegweisende Reformen nach 2011 durch die autoritäre Verengung Errungenschaften wieder in Gefahr. Frauenrechtlerinnen in Nordafrika stehen zwischen gesellschaftlichem Wandel und konservativen Widerständen, zwischen neuen, mutigen Forderungen und autoritärer Verengung.
Claudia Mende ist Expertin für Frauenrechte in der arabischen Welt und Autorin von „Wir sind anders als ihr denkt“. Sie gibt einen Einblick in jüngste Entwicklungen im Maghreb mit einem Fokus auf Marokko und Tunesien.
Anmeldungslink: Frauenrechte im Maghreb | Ihre vhs Bonn
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird empfohlen.
Veranstaltungen 2024
Die DMAG e.V. nahm wieder an der Interkulturellen Woche in Bonn vom 21. September bis 28. September 2024 teil.

Zur Situation von Migranten und Geflüchteten in der Islamischen Republik Mauretanien Referentin: Marianne Klaissle (DMAG-Mitglied)
Datum: Donnerstag, 26. September 2024, 18:00 Uhr
Ort: Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
Mauretanien ist schon immer ein „Durchgangsland“ von Subsahara Afrika nach Nord Afrika und nach Europa. In den letzten Jahren wählen auch viele afrikanische Flüchtlinge den Weg über Mauretanien nach Europa, viele davon lassen sich für einige Zeit oder für immer in Mauretanien nieder. Seit dem Krieg in Syrien gibt es auch viele syrische Flüchtlinge in Mauretanien; dort finden sie die gleiche Sprache und Religion wie in ihrer Heimat vor, leben aber meist in sehr prekären Verhältnissen.
Marianna Klaissle bereist Mauretanien seit vielen Jahren oftmals verbunden mit ihrer Vereinsarbeit. Sie kennt Land und Leute und berichtet zur Lage der Flüchtlinge vor Ort.
Die Veranstaltung wird gefördert von der Anna-Lindh-Stiftung.
Hier finden Sie das Programm zur Interkulturellen Woche.
Vom 15. – 17.11.2024 fand die Buchmesse Migration dieses Jahr im Haus der Bildung in Bonn statt (Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn).
Die DMAG e.V. nahm mit einer Lesung teil – in Kooperation mit dem Arbeitskreis Menschen ohne Papiere
Lesung: Ayham, die Flucht nach Deutschland
Autor: Oualid Hamdi
Datum: 17.11.2024 12:00-13:30 UHR
Volkshochschule Bonn e.V., Mülheimer Platz 1
Hier finden Sie das Programm zur Buchmesse
Genre: Krieg/Reise/Migration – Zeit der Geschehnisse: 2015
Originaltitel: Ayham, périple d’un réfugié – Herausgeber: Zayneb Éditions – Tunesien
In der Reihe Maghreb im Fokus organisierten die Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft e.V. und die Volkshochschule Bonn auch dieses Jahr gemeinsam Veranstaltungen zu wichtigen aktuellen Themen der Länder Nordafrikas.
Im Mittelpunkt steht für das 2. Halbjahr 2024 das Thema „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“
Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltungsreihe im 2. Halbjahr
Regionalisierung in Marokko
Lokale Demokratie oder autokratisches Upgrade?
Referent: Erik Vollmann
Dienstag, 12. November 2024, 18.00 – 19.30 Uhr
In Marokko wurde die „verstärkte Regionalisierung“ im Jahr 2011 in der Verfassung verankert. In einer Weltregion, die Macht in Hauptstädten konzentriert, positioniert sich Marokko als Vorreiter subnationaler Autonomie. Gefördert und gelobt von der internationalen Gemeinschaft wurden Erwartungen von Demokratisierung und ökonomischer Entwicklung geweckt. Die Monarchie nutzt den Reformprozess, um die Beziehungen zum Westen zu verbessern, seine Expertise in das afrikanische Umfeld zu exportieren und ein Image der Öffnung zu pflegen.
Doch die Monarchie fördert Partizipation, etwa durch regionale Petitionen, nicht nur, sie kontrolliert sie auch strikt. Das Land verzeichnet Rückschritte in seiner Liberalisierung; in seiner Zentralverwaltung wirken Beharrungskräfte und die Angst vor Kontrollverlust.
Der Politikwissenschaftler Erik Vollmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. Er blickt auf die verschiedenen Facetten der Regionalisierung zwischen Chancen für demokratische Öffnung und einem kontrollierten Imageupgrade eines autokratischen, politischen Systems.
Erneuerbare Energien: für wen? Teilhabe und Ausschlüsse in der Energiewende im Maghreb
Referent: Philipp Wagner
Mittwoch, 4. Dezember 2024, 18 Uhr
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Die Staaten des Maghreb haben sich ehrgeizige Ziele für die Energiewende gesetzt. Die Klimakrise und wirtschaftliche Anreize gelten als Motivationen für Megaprojekte im Bereich Solarenenergie und Windkraft sowie grünem Wasserstoff. Die EU und viele ihrer Mitgliedsländer unterstützen diese Vorhaben politisch und finanziell, auch mit dem Ziel, ihren eigenen Energiebedarf durch Importe zu decken.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Teilhabe den Bürger*innen der maghrebinischen Staaten in der Entscheidungsfindung zukommt und inwiefern sie von den sozioökonomischen Gewinnen dieser Projekte profitieren. Es besteht die Gefahr, dass der Ausbau grüner Technologien autoritäre Strukturen und Machthierarchien im Maghreb verstärken könnte.
Philipp Wagner arbeitet als Doktorand am ArnoldBergstraesserInstitut in Freiburg und ist Teil einer Forschungsgruppe, die sich mit der politischen Ökonomie erneuerbarer Energien im Nahen Osten in Nordafrika befasst.
Mülltrennung und Kreislaufwirtschaft am Rande der Sahara
Mittwoch, 13. März 2024, 18.00 Uhr
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Im Mittelpunkt stand für das 1. Halbjahr 2024 das Thema „Müll, seine Vermeidung und Kreislaufwirtschaft“Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltungsreihe 1. Halbjahr
Mülltrennung und Kreislaufwirtschaft in Tunesien
In Tunesien wachsen die Müllberge und mit ihnen die Probleme. Die kleine Oasengemeinde El guettar am Rande der Sahara sucht gemeinsam mit dem Landkreis Böblingen nach einer Lösung. Mit seiner Unterstützung begann die Gemeinde, als ersten Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Abfall und Kreislaufwirtschaft, Müll zu trennen.
Die Verwaltungswissenschaftlerin Heike Roscher ist verantwortlich für Strategische Planung im Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen und betreut die Partnerschaft seit 2019. Sie erklärt, wie es zu dieser Partnerschaft kam, wie sie sich festigte und wie El Guettar die Perspektive einer nachhaltigen Kommune umsetzt.
Gift für Geschäft und Natur – Müll und Massentourismus im Maghreb
Mittwoch, 10. April 2024, 18.00 Uhr
Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1
Sandstrände, eine reiche Kultur, milde Temperaturen, wenn in Europa Oster- und Herbstferien sind, sowie kurze Flugzeiten – beste Voraussetzungen für den Tourismus im Maghreb. Doch herumliegender Müll schmälert das Urlaubserlebnis der Reisenden. Außerdem ist der Massentourismus selbst auch für beträchtliche Mengen an Müll verantwortlich, die oft nicht umweltgerecht entsorgt werden. So sägt die Brancehe an dem Ast, auf dem sie sitzt.
Der Maschinenbau-Ingenieur PD Dr. Abdallah Nassour lehrt Themenkomplexe der Abfallwirtschaft an der Universität Rostock. An Beispielen aus dem Maghreb zeit er wie Kommunen zusammen mit der Tourismuswirtschaft die Probleme anpacken, um zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu kommen.
Veranstaltungen 2023
Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Bonn vom 24.09. bis zum 01.10.2023 organisierten wir gemeinsam mit der Evangelischen Migrations- und
Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) die Podiumsdiskussion
Demokratische Strömungen in Nordafrika – Die Rolle im Ost-West-Konflikt – Bremse oder Antrieb?
TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion:
Rainer Hermann / FAZ-Journalist, Islamwissenschaftler – Buchautor: u.a. „Die Achse des Scheiterns“
Sofian Naceur / freier Nordafrikakorrespondent und Mitarbeiter des Tunis-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Klaus Thüsing / Politologe, Afrikakenner
Moderation / Dr. Birgit Kemmerling / BICC – Bonn International Centre for Conflict Studies
Hier finden Sie den Link zur Veranstaltung: Interkulturelle Woche Bonn 2023
Die Missachteten Jugendlichen – Rassismuskritische Bildungsarbeit
VHS -Bad Godesberg am 06.09.2023
Im kurzen Dokumentarfilm „Die missachteten Jugendlichen“ von Souad Lamroubal sprechen Godesberger Jugendliche mit internationaler Familiengeschichte über ihr Leben und die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben. Mosa, Emanuel und Ouassim fühlen sich oft nicht gehört und abgestempelt. Sie berichten über ihre Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung und was es bei ihnen bewirkt, wenn sie als „kriminelle Menschen mit Migrationshintergrund“ betitelt werden.
Souad Lamroubal ist Expertin für Migration und Integration und Autorin des Buches „Yallah Deutschland, wir müssen reden!“. Im Anschluss an den Film spricht sie über rassismuskritische Bildungsarbeit und den Wunsch der Jugendlichen, gehört zu werden. Sie freut sich auf den Austausch mit dem Publikum.
Opfer des eigenen Erfolges – Das Bildungssystem Algeriens
Montag, 13. November 2023
Die algerische Hochschullandschaft blüht: Statt einer einzigen Universität zu Kolonialzeiten zählt man aktuell über 100 Institutionen. Als eines der wenigen Länder auf dem afrikanischen Kontinent gibt es eine breite staatliche Finanzierung des Bildungs- und Wissenschaftssystems. Weil die Lebenshaltungskosten der Lernenden subventioniert werden und auch Ausländerinnen und Ausländer davon profitieren, zieht Algerien viele Studierende aus Sub-Sahara-Afrika an.
Unser Mitglied, Leonie Schoelen, PhD, hat in Soziologie und Bildungswissenschaften promoviert und ist Expertin für höhere Bildung mit Fokus auf den afrikanischen Kontinent. Sie schildert die Kehrseite des Erfolgs: Zur hohen Zahl von Studierenden und der Emigration von Absolventen kommen Zentralismus und somit Defizite bei der Hochschulautonomie. Außerdem gefährdet ein fehlender Praxisbezug die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des Landes.
Der Steinige Weg zur Bildungsgesellschaft – 60 Jahre Schulpflicht in Marokko
Montag, 27. November 2023
Das Königreich Marokko hat große ökonomische Ambitionen und braucht dafür gut ausgebildete Menschen. Sechzig Jahre nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht besuchen die allermeisten Kinder eine Grundschule, die Alphabetisierungsrate wurde enorm gesteigert und die Zahl der Studierenden hat die Millionenmarke überschritten.
Doch Probleme im öffentlichen Bildungswesen bleiben bestehen: Kitas sind Mangelware, Grund- und Sekundarschulen unzureichend ausgestattet, Klassen überfüllt und Lehrmethoden veraltet. Private Bildungsangebote sind oft besser, aber für die meisten Familien unerschwinglich.
Unser Vorstandsmitglied, die Journalistin Martina Sabra, erläutert aktuelle Reformpläne der marokkanischen Regierung und stellt ein innovatives Bildungsprojekt im Hohen Atlas vor, das seit über zehn Jahren inklusiv und nachhaltig arbeitet.
YALLAH Bonn – wir müssen klären: Wie ticken die Deutschen
Mittwoch: 08.03.2023
In Kooperation mit Parkbuchhandlung in Bad Godesberg und dem Dietz Verlag.
Wer sind die Deutschen und wann ist jemand deutsch? Wer als „problematisches“ Gastarbeiterkind in einem Land aufgewachsen ist und ihm heute als Integrationsbeamtin dient, kennt beide Seiten: die Erwartungen der Ankommenden und die Ansprüche deutscher Behörden, Überforderung und Menschlichkeit, Freude und Bürokratenfrust.
Souad Lamroubal ist Kommunalbeamtin in einer nordrhein-westfälischen Stadt. Im Herbst 2022 erschien ihr Buch „Yallah Deutschland, wir müssen reden! Aus dem Leben einer deutsch-marokkanischen Beamtin“.
Rezension zum Buch aus unseren Medienspiegel 2/2022
Tunesiens wirtschaftliche Abhängigkeit – Spielen Getreideimporte eine Rolle?
Montag, 20. März 2023
Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine haben sich die Versorgungsengpässe in Tunesien verschärft. Sie bestimmen vor dem Hintergrund innenpolitischer Konflikte das tägliche Leben. Liegt das nur an fehlendem Weizen aus Russland und der Ukraine und den gestiegenen Preisen auf dem Weltmarkt? Können Kredite internationaler Finanzorganisationen kurzfristig Abhilfe schaffen und wenn ja, zu welchem gesellschaftlichen und politischen Preis?
Um die eigentlichen Ursachen der aktuellen Krise in Tunesien zu verstehen, analysiert die Journalistin Sarah Mersch aus Tunis die strukturellen wirtschaftlichen Abhängigkeiten, gewachsen über die vergangenen fünfzig Jahre.
Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten
Fluch oder Segen für Nordafrika?
Montag, 24. April 2023
In Europa, Nordamerika und den Golfstaaten lebende Menschen aus Nordafrika überweisen jährlich enorme Summen in ihre Heimatländer. Diese meist in Devisen getätigten Rücküberweisungen spielen für die Volkswirtschaften vieler Entwicklungsstaaten eine wichtige Rolle und sind für zahlreiche Menschen in Nordafrika überlebenswichtig. Doch helfen derlei Geldtransfers wirklich dabei, Defizite staatlicher Sozial- und Wirtschaftspolitik im Maghreb auszugleichen und tragen sie zur Entwicklung bei? Oder transformieren sie nicht vielmehr angesichts der restriktiven Migrationspolitik die Abhängigkeiten vom Globalen Norden?
Der Journalist Sofian Philip Naceur ist Mitarbeiter des Nordafrika-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tunis. Er geht diesen Fragen anhand von Beispielen aus der Region nach.
Grüner Wasserstoff aus der Westsahara
Energiewende durch Zementierung der Besatzung?
Montag, 15. Mai 2023
Die Pläne zur Nutzung erneuerbarer Energien aus dem Maghreb in der EU werden angesichts der Klimakrise wieder populärer. Der Einfluss derartiger Projekte auf regionale Machtstrukturen und ihr Bezug zum Selbstbestimmungsrecht werden anhand der Energieinfrastruktur in der Westsahara illustriert. Die Westsahara ist seit 1975 vom Marokko besetzt und gilt als Territorium mit massiven Menschenrechtseinschränkungen. Ihr enormes Wind- und Sonnenenergiepotential weckt Begehrlichkeiten in der EU, die Interessen und Rechte der Sahrauis bleiben dabei jedoch unberücksichtigt.
Tim Sauer beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Westsaharakonflikt und ist beim internationalen Netzwerk Western Sahara Resource Watch (WSRW) tätig, das die Beteiligung internationaler Unternehmen an der Ressourcenausbeutung der Westsahara dokumentiert.
Hier finden Sie in der Veranstaltungsreihe Frühjahr 2023
den aktuellen Flyer zur Reihe „Maghreb im Fokus“